Trendfolgeindikatoren

Das Trendkonzept ist für den technischen Ansatz der Marktanalyse absolut notwendig. All die Hilfsmittel, die der technische Analyst im Bereich der Trendfolgeindikatoren misst, haben die einzige Aufgabe, bei der Bestimmung des Markttrendes zu helfen, um an diesem Trend zu partizipieren. Ein Markttrend wird dabei durch die Richtung der Gipfel und Täler konstituiert. Ein Aufwärtstrend wird demnach als eine Serie sukzessive höherer Gipfel und Täler definiert; ein Abwärtstrend durch eine Serie niedriger Gipfel und Täler; gleich hohe Gipfel und Täler identifizieren einen trendlosen Markt (Seitwärtsbewegung).

Ein Trendfolgesystem benötigt nach seiner Definition immer einen Trend. In trendlosen Phasen werden diese Indikatoren versagen.

Zusätzlich zu der Richtung eines Trends lässt sich die Klassifikation auch nach der Zeitdimension, in der sich ein Trend bewegt, vornehmen.

Nach der Dow Theorie gibt es:

  • primären Trend (übergeordneten), der über ein Jahr dauert
  • mittelfristigen-/ sekundären Trend, der in der Urtheorie länger als drei Wochen einzuordnen andauert
  • kurzfristigen Trendbewegungen von wenigen Tagen oder Stunden

Ein Trend ist immer Teil eines längeren übergeordneten Trends. Man spricht daher auch von übergeordneten und untergeordneten Trends.

Trendfolgeindikatoren sind darauf ausgerichtet, die vorherrschende Trendrichtung anzuzeigen. Ein bestimmter Trend hat solange Gültigkeit, bis ein Trendfolgeindikator eine Änderung anzeigt. Da sie meist eine Glättungskomponente enthalten, die kleinere Kursausschläge herausfiltert, müssen die Kurse schon größere Bewegungen absolvieren, bevor sich ein „Trendfolger“ dreht. Die Indikatorwerte verlaufen mit einer zeitlichen Verzögerung zu den Kursen und generieren die Signale entsprechend verspätet.

Hier einer der bekanntesten Trendfolgeindikatoren:

MACD
Begriff der technischen Analyse: Der MACD (Moving-Average-Convergence/Divergence) ist ein Trendfolgeindikator. Von der Interpretation her könnte er auch den Oszillatoren zugeordnet werden, da er in seiner grafischen Darstellung ebenfalls um eine Nulllinie hin- und herschwingt. Da er entsprechende Signale jedoch meistens erst liefert, wenn die Bewegungsrichtung bereits gedreht hat (er läuft dem Trend sozusagen hinterher), ist er vom Charakter her eher trendfolgend.Dieser Signalgeber, der die vorherrschende Tendenz der Kurse anzeigen soll, besteht aus zwei Linien: Um die erste Linie zu konstruieren, wird (in der Standardeinstellung) von einem exponentiell gewichteten gleitenden Durchschnitt der vergangenen zwölf Handelstage der (ebenfalls exponentiell gewichtete) Mittelwert der letzten 26 Tage abgezogen. Diese Differenz wird nun grafisch dargestellt.Von dieser MACD-Linie wird nun eine ebenfalls exponentielle Neun-Tage-Durchschnittslinie gebildet. Ein Kaufsignal ergibt sich, wenn der MACD diese Signallinie von unten nach oben schneidet. Umgekehrt entsteht ein Verkaufssignal. Des Weiteren kann er auch auf Divergenzen hin untersucht werden. Trendlinien können – wie im Chart einer Aktie – ebenfalls eingezeichnet werden.