Fibonacci-Theorie

Leonardo da Pisa war ein italienischer Mathematiker und wurde ca. 1175 in Pisa als Sohn des Kaufmannes Gulielmo Bonacci geboren. Bekannt wurde er unter seinem Rufnamen Fibonacci (Kurzform für Filius Bonacci, was „Sohn des Bonacci“ bedeutete).
Über Fibonacci selbst ist leider nicht sehr viel bekannt, jedoch veränderte er gravierend den Verlauf der Mathematik.  Zu erwähnen ist hier u. a., das er sich mit der Zahlentheorie, der Vermessungskunde aber auch mit den praktischen Problemen der kaufmännischen Mathematik und der Algebra befasste.

In jungen Jahren besuchte er Ägypten, Syrien, Griechenland Sizilien und die Provence, Er befasste sich dort immer mit den vorherrschenden Rechensystemen. Er kam jedoch früh zu dem Schluss, das die (heutzutage gültigen) Indisch-Arabischen Ziffern als die beste Schreibweise für die Mathematik und Ihrer Problemlösung  geeignet ist.

Zu erwähnen sei noch, das er aufgrund seiner mathematischen Fähigkeiten 1225 zu einer Audienz beim Kaiser Friedrich II eingeladen wurde, als dieser Pisa besuchte.

Fibonacci veröffentlichte 1202 in seinem Buch „Liber abaci“ („Buch des Rechnens“) die „Fibonaccizahlen“ (erstmalig wurde dieser Name von dem Französischen Mathematiker Edouard Lucas [1842-1891] erwähnt) und Fibonacci führte die Zahl „0“ ein und ersetzte damit die bisher in Europa gültigen römischen Zahlen.
Nach 1228 ist nichts mehr von seinem Leben überliefert. Er starb ungefähr um 1245 in Pisa, wo man noch heute eine Gedenk – Statue auf dem Friedhof neben der Kathedrale betrachten kann.

Was sind nun die Fibonacci-Zahlen?

Die Fibonacci-Zahlenreihen entstehen aus einer Zahlenfolge, die mit 1 beginnt und sich unendlich fortsetzen lässt, wobei sich jede Zahl aus der Summe der beiden vorangegangenen Zahlen zusammensetzt. Damit lautet der Anfang der Zahlenreihe 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89 etc. Der Quotient von 2 aufeinander folgenden Zahlen (z. B. 55 und 89) läuft immer mehr gegen 0,618, je höher die Zahlen werden.

Der Quotient aus einer Zahl und der jeweils übernächsten (z. B. 21 und 55) nähert sich dabei immer mehr 0,382 an. Diese beiden Quotienten 0,618 (61,8%) und 0,382 (38,2%) werden häufig benutzt, um das Korrekturpotenzial nach vorangegangenen Kursbewegungen zu bestimmen.

In der Chartanalyse werden x-beliebige Zeiträume eines Charts (Sie erinnern sich an das fraktale Verhaltensmuster) mit Fibonacci-Zahlen ausgewertet. Dafür benötigt man nur einen Höchst- und einen Tiefstpunkt. Daraus ermitteln Sie die Differenz und berechnen die Werte für 61,8% und 38,2%; dazwischen liegt die 50%-Marke. Die 0- und 100%- Marken entsprechen den Tiefst- und Höchstpunkten.

Die Marken von 61,8%, 50% und 38,2% gelten als Rückkehrmarken (Retracements), bei denen der Kursrückgang zumindest vorübergehend stoppen sollte.

Wichtige Retracement-Marken:

38,2-%-Retracement: Minimum einer Korrekturbewegung

50-%-Retracement: Oft fallen die Kurse um die Hälfte des vorangegangenen Kursanstiegs zurück, bevor sie wieder in die ursprüngliche Kursrichtung steigen.

61,8-%-Retracement: Maximum der Korrekturbewegung; wenn der ursprüngliche Trend beibehalten werden soll, muss die Kurskorrektur auf diesem Niveau stoppen.

Traden Sie zu Anfang nur die Retracements bei 61,8 und 38,2%! Das sind die verlässlichsten Korrekturmarken. Wenn Sie mehr Erfahrung haben, lassen sich auch die anderen Retracement-Marken für das Trading einsetzen. Die anderen Korrekturmarken lassen sich nur im Kontext mit anderen Indikatoren sauber als Tradingsignale einsetzen.