Bestätigungsformationen

Trendbestätigungsformationen und Trendwendeformationen

Da Trends nie gleichmäßig und stetig verlaufen, kommt es zu Korrekturen und lassen so den weiteren Trendverlauf fragwürdig erscheinen.
Jedoch haben sich im Laufe der Jahre Chartmuster herausgebildet, wo man empirisch festlegen kann, ob der Trend nun weiter fortgeführt wird oder beendet wird.
Ein Trend herrscht dann vor, wenn die Hoch- und Tiefpunkte im Chart entweder ansteigen (Aufwärtstrend) oder fallen (Abwärtstrend). Ist dies nicht der Fall, spricht man von einem trendlosen Markt.

Nun kommt es bei Aufwärtstrends sehr häufig vor, dass die Aktie nicht kontinuierlich nach oben klettert, sondern dass immer wieder auch vorübergehende Kursrückgänge, so genannte Konsolidierungsphasen, entstehen, die manchen Anleger verunsichern.
Sie müssen sich immer wieder die Frage stellen: Ist der Trend noch intakt? Muss ich die Aktie jetzt verkaufen?

Trendbestätigung
Eine Trendbestätigung liegt immer dann vor, wenn ein Trend in seiner Weiterentwicklung unterbrochen wird, ohne die wichtigsten Trendbestätigungsformationen (Unterstützungs- und Widerstandslinien) zu durchbrechen.

Keil und die Flagge als wichtige Trendinformationen
Daneben gelten die Keilformation, der Wimpel und die Flagge als trendbestätigende Formationen. Allen diesen Formationen ist gemeinsam, dass sich die Kurse nach Abschluss der Konsolidierungsphase aller Wahrscheinlichkeit nach in die gleiche Richtung entwickeln werden, aus welcher sie vorher gekommen sind.

Keilformationen oder Dreiecke
Diese bilden sich über einen Zeitraum von mindestens 8 Wochen aus, nachdem es zu Gewinnmitnahmen nach einem größeren Kursaufschwung (bzw. Käufen nach größeren Kursrükkschlägen) gekommen ist.
Während der Keilbildung sollte sich die Umsatzkurve, also das Handels-Volumen, abflachen. Dagegen ist der Ausbruch aus der Keilformation von steigenden Umsätzen begleitet.
Die Dreiecksformation kann in Form von gleichschenkligen, umgekehrt gleichschenkligen (typisch für schwache Marktsituationen) oder als rechtwinkliges Dreieck gebildet werden. Für alle Dreiecke gilt, dass die Ausbrüche aus Dreiecksformationen ungefähr nach 2/3 der horizontalen Breite erfolgen. Bestätigt wird der Ausbruch, wenn gleichzeitig das Handels-Volumen stark ansteigt. Je später der Ausbruch innerhalb der Dreiecke stattfindet und je geringer der Umsatz, desto geringere Kursauswirkungen wird dieser Ausbruch dann haben.
Eine idealtypische Ausbildung von Dreiecken dauert länger als 1 Monat, aber stets weniger als 3 Monate. Dreiecke können aber auch auf längerfristigen Charts mit gleichbleibender Bedeutung erscheinen. Diese Aussage trifft auf sehr langfristige Charts über 10 Jahre wieder zu!

Symmetrisches Dreieck
Das symmetrische Dreieck entsteht dadurch, dass während einer Konsolidierungsphase jedes neue Zwischenhoch unterhalb des vorherigen und jedes neue Zwischentief über dem vorherigen liegt. Innerhalb einer solchen Dreiecks-Formation können anfangs durchaus größere Kursbewegungen ablaufen, die Volatilität wird jedoch immer geringer. Die Umsätze werden, wie bei jeder Trendbestätigungsformation, immer geringer und erlahmen fast vollständig. Wenn die Kurse schließlich die Trendlinie nach oben durchbrechen, ist dies meist die Einleitung einer Rallye.

Absteigendes Dreieck ist ein Warnsignal
Das absteigende Dreieck besteht aus einer fallenden oberen Linie und einer waagerechten unteren Linie. Diese Formation zeigt Ihnen, dass der Kurs fällt und wahrscheinlich weiter fallen wird. Innerhalb der Formation nimmt der Umsatz stetig ab, wobei die fallenden Kurse ein höheres Volumen haben als steigende Kurse.
Das Kursziel ermitteln Sie mit derselben Technik wie beim aufsteigenden Dreieck, nur dass die Strecke A – B im Punkt C nach unten gezeichnet wird.

Flaggen bestätigen den Trend meist verlässlich
Eine Formation wird als Flagge bezeichnet, wenn 2 parallele Linien die Kurse umschließen und gegen den vorherrschenden Trend geneigt sind. Flaggen haben eine enge Kursspanne und treten nur in kurzfristigen Konsolidierungsphasen von 1 bis 3 Wochen innerhalb einer starken Marktbewegung auf.
Bei dieser Formation werden Sie selten Trendwechsel sehen. Sie ist eine der zuverlässigsten „Trendfortsetzungs-Formationen“. Da diese Formation relativ oft vorkommt, haben Trader wiederholt die Erfahrung gemacht, dass eine Flagge meist die Mitte einer Kursbewegung darstellt. Dadurch können Sie auf einfache Weise ein Kursziel ermitteln. Sie addieren dazu einfach die Länge der vorausgegangenen Trendbewegung zum Ausgangspunkt der Flagge hinzu. Flaggen treten entweder als bullish oder bearish auf. Eine Bullenflagge bildet sich innerhalb eines Aufwärtstrends, eine Bärenflagge bei einem Abwärtstrend.
Der bullischen Flagge folgt der starke Kursanstieg

Bullische Flagge
Vor Ausbildung einer bullischen Flagge kommt es meist zu einem starken, fast senkrechten Kursanstieg bei hohen Umsätzen. Der Aufwärtstrend legt dann eine kurze Pause ein, eine bullische Flagge entsteht. Die Formation ist entgegen der aktuellen Trendrichtung, nach unten geneigt. Innerhalb der Formation werden die Umsätze immer geringer, steigen jedoch dann stark an, sobald die Konsolidierungsformation nach oben ausbricht.

Bearische Flagge warnt Sie rechtzeitig vor Kursverlusten
Eine bearische Flagge ist quasi das Spiegelbild der bullischen Flaggenformation. In einem Abwärtstrend kommt es zu starken Kursverlusten bei hohen Umsätzen, der Kurs konsolidiert und eine bearische Flagge entsteht, die gegen den Abwärtstrend nach oben geneigt ist. Auch hier dünnen die Umsätze innerhalb der Formation fast aus, bei Ausbruch aus der bearischen Flagge jedoch steigen sie wieder stark an.